Bürgerliche Privatgärten in deutschen Landen um 1800
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Gundula Lang


Bürgerliche Privatgärten in deutschen Landen um 1800.
Fallstudien zu Gestalt, Nutzung und Bedeutung im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs,
Worms 2007.

Titel DissertationDer so genannte englische Landschaftsgartenstil entwickelte sich revolutionsartig innerhalb weniger Jahrzehnte in England im frühen 18. Jahrhundert als Gegenpol zum barocken Garten des absolutistischen Frankreichs. Nach dem Siebenjährigen Krieg verbreitete er sich auch in den deutschen Landen und erlangte in allen Kreisen der Gesellschaft größte Beachtung. Rund um fürstliche Residenzen entstanden zahlreiche Anlagen im modernen Stil. Literaten und Philosophen äußerten sich dazu umfangreich. Zeitschriften, Gartenkalender und Ratgeber erlangten ein Höchstmaß an Publizität. Genauso rasant verbreitete sich die Anlage solcher Gärten in bürgerlichen Kreisen. Intellektuelle, Kaufleute und Beamte betätigten sich eigenhändig als Gartengestalter und entsprachen damit den damals in Wissenschaft und Kunst vielfach vertretenen und anerkannten Dilettanten.
Das Hauptaugenmerk der gartenkulturellen Forschung der Zeit um 1800 liegt auf den repräsentativen, meist adeligen Anlagen. Die kleineren bürgerlichen, meist zu privaten Zwecken angelegten Pendants blieben bislang fast gänzlich unbeachtet. Deshalb widmet sich der dritte Band der Benrather Schriften einer Auswahl bürgerlicher Privatgärten in deutschen Landen um 1800, nämlich den Anlagen des Caspar Voght und des Georg Heinrich Sieveking bei Hamburg/Altona, dem Garten von Johann Friedrich Reichardt in Giebichenstein bei Halle/Saale, demjenigen von Friedrich Heinrich Jacobi in Düsseldorf/Pempelfort sowie den Anlagen von Christian Abraham Heineken und Johann Smidt in Bremen. Anhand von Plänen und Abbildungen sowie schriftlichen Quellen, wie Tagebücher, Briefe, Reiseberichte und Lebensbeschreibungen, wird ihrem Entstehungsprozess, ihrer äußeren Gestalt und ihrer inneren Bestimmung nachgegangen. In Zusammenhang mit der spezifischen Situation der bürgerlichen Eigentümer wird die Bedeutung dieses Gartenschaffens als ihr kultureller Ausdruck im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs untersucht. Wodurch zeichneten sich Bürgergärten um 1800 aus? Welches Ausmaß hatte die dilettantische Schaffensmethode? Wie groß war der Einfluss des englischen Landschaftsgartenstils tatsächlich? Wozu waren bürgerliche Privatgärten bestimmt, welche Art Geschehen spielte sich darin ab? Sind die Anlagen typisch für das deutsche Bürgertum der Zeit um 1800?

 

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